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Zu oft müssen: Blasenschwäche bei Männern

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Scheuüberwinden, Hilfe bekommen


(businesspress24) - Mainz - Häufiger Harndrang und ungewollter Harnverlust sind wohl die deutlichsten Symptome einer Blasenschwäche. Von etwa sechs bis acht Millionen betroffenen Menschen in Deutschland sind ungefähr ein Drittel Männer. Man geht in Schätzungen aber von deutlich mehr Betroffenen aus, denn Inkontinenz ist immer noch eine tabuisierte Krankheit, über die lange geschwiegen wird. Erst wenn der Leidensdruck zu groß wird, lassen sich Männer in der Apotheke beraten oder gehen zum Arzt.



Bei Männern tritt die Blasenschwäche häufig in höherem Alter auf, berichtet Andreas Hott, Vorstand des Apothekerverbandes Rheinland-Pfalz - LAV: "Bei Männern zwischen 40 und 60 Jahren kann eine Prostatavergrößerung zu einer Inkontinenz führen. Auch Prostataoperationen oder ein Bandscheibenvorfall können eine vorübergehende oder dauerhafte Inkontinenz zur Folge haben. Jüngere Männer können betroffen sein, wenn bei ihnen beispielsweise eine Entzündung der Vorsteherdrüse eine zeitweilige Blasenschwäche auslöst." Je nach Ursache der Blasenschwäche kann die Inkontinenz unterschiedlich behandelt werden. Hott: "Manchmal kommt eine medikamentöse Therapie in Frage. Hier werden zum Beispiel Wirkstoffe eingesetzt, die bei einer überaktiven Blase die Aktivität herabsetzen und krampflösend wirken. Aber auch Maßnahmen wie gezieltes Beckenbodentraining oder sportliche Betätigung wie beim Walken können die Inkontinenz verringern oder sogar beheben." Für die persönliche Hygiene stehen unterschiedliche Produkte zur Verfügung: Es gibt Inkontinenz-Einlagen oder Slips. "Wichtig ist", so Hott weiter, "dass man ein Produkt wählt, das ein entsprechendes Aufsaugvermögen hat und es muss Gerüche und eine Rückfeuchtung verhindern. Auch Pflegeprodukte für den Intimbereich sind wichtig. Weil die Haut dort oftmals gereizt ist, sollten pH-neutrale Waschlotionen mit rückfettendem Effekt verwendet werden."



Betroffene verringern wegen der Inkontinenz manchmal ihre Trinkmenge, um seltener zur Toilette zu müssen. Dies ist jedoch der falsche Weg, warnt der Apotheker: "Patienten sollen in jedem Fall die tägliche Trinkmenge von zwei Litern beibehalten, da die Spülung von Blase und Nieren wichtig ist. Wer zu wenig trinkt, bei dem ent-steht konzentrierter Harn, der die Blase zusätzlich reizen kann. Außerdem steigt die Gefahr für Harnwegsinfekte an. Besser ist es, die Trinkmenge bewusst über den Tag zu verteilen. Der Großteil der Getränke sollte morgens und mittags getrunken werden, nach 16 Uhr weniger. So muss man seltener nachts auf die Toilette."



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Datum: 21.12.2016 - 04:35 Uhr
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