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TÜV Rheinland: Risikobegrenzung statt reaktives Risikomanagement bei Photovoltaikanlagen

ID: 1355248

Qualitätsmonitor Solar: Rentabilität von PV-Projekten durch hohe Fehlerraten gefährdet / Neben den bekannten auch neue Fehlermodi gefunden / Bewertung und Monetarisierung von Risiken möglich


(PresseBox) - Vorbeugende Risikobegrenzung ist bei Photovoltaikanlagen einem reaktiven Risikomanagement vorzuziehen. Denn Ertragsausfälle und spätere Instandhaltungsmaßnahmen gefährden die Rentabilität der Projekte. Dies stellt TÜV Rheinland in seinem Qualitätsmonitor Solar 2016 zur Fachmesse Intersolar fest. Die Experten des international tätigen Prüfdienstleisters haben hierzu die statistischen Daten aus der Prüfung von weit über hundert Photovoltaikanlagen ab 30 MW ausgewertet. ?Bei den Auswertungen aus den Jahren 2015 und 2016 zeigten sich neue Fehlermodi im Feld?, sagt Jörg Althaus, Geschäftsfeldleiter Solarenergie bei TÜV Rheinland. Dazu zählen Probleme bei Elektronik und Rückseitenfolien, aber auch die Degradation bei Licht und erhöhten Temperaturen, kurz LeTID genannt. ?Dabei sind alte und bekannte Probleme wie Delaminationen oder potenzialinduzierte Degradation noch nicht endgültig gelöst?, so der Experte. Das führe unter dem Strich dazu, dass die Fehlerraten in Summe nicht kleiner werden, betont Althaus. Dabei machen immer noch Fehler bei der Installation die Hälfte aller Problemfälle aus.
Für Investoren bestehen jedoch durchaus Möglichkeiten, die entsprechenden Risiken zu bewerten und zu minimieren. Dies ist ein erstes Halbzeitergebnis des zweijährigen europäischen Forschungsprojekts ?Solar Bankability? unter Beteiligung von TÜV Rheinland. Dabei ist es zum ersten Mal gelungen, über alle Lebenszyklusphasen ökonomische Risiken zu beschreiben. Somit ist es möglich den finanziellen Verlust jedes Risikos in Euro pro Watt nachzurechnen. So kann sich beispielsweise eine achtprozentige Performance-Minderung durch eine potentialinduzierte Degradation bei einer 40-MW-Anlage auf eine Ertragseinbuße von jährlich über 650.000 Euro aufsummieren. ?In zwei Jahren erreiche ich dann inklusive Reparaturkosten schnell 1,5 Millionen Euro?, so Althaus. ?Die Kosten für eine frühzeitige Risikominimierung durch eine Prüfung auf PID-Anfälligkeit betragen jedoch nur einen Bruchteil dieser Summe?, so der Experte. Koordiniert wird das Forschungsprojekt von Eurac Reserach. Weitere Partner des Forschungsverbunds neben TÜV Rheinland sind 3E, Accelios Solar sowie der Verband der europäischen Solarindustrie SolarPowerEurope.





TÜV Rheinland ist ein weltweit führender unabhängiger Prüfdienstleister mit über 140 Jahren Tradition. Im Konzern arbeiten 19.600 Menschen rund um den Globus. Sie erwirtschaften einen Jahresumsatz von knapp 1,9 Milliarden Euro. Die unabhängigen Fachleute stehen für Qualität und Sicherheit von Mensch, Technik und Umwelt in fast allen Lebensbereichen. TÜV Rheinland prüft technische Anlagen, Produkte und Dienstleistungen, begleitet Projekte und Prozesse für Unternehmen. Die Experten trainieren Menschen in zahlreichen Berufen und Branchen. Dazu verfügt TÜV Rheinland über ein globales Netz anerkannter Labore, Prüf- und Ausbildungszentren. Seit 2006 ist TÜV Rheinland Mitglied im Global Compact der Vereinten Nationen für mehr Nachhaltigkeit und gegen Korruption. www.tuv.com im Internet.

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Datum: 22.06.2016 - 07:30 Uhr
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