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NOZ: NOZ: Zentralrat der Juden beklagt ein Abdriften nach rechts

ID: 1314434


(ots) - Zentralrat der Juden: Antisemitismus in der
Integrationsarbeit thematisieren

Präsident Schuster beklagt ein Abdriften der Gesellschaft nach
rechts

Osnabrück. Der Zentralrat der Juden fordert, die Ablehnung von
Antisemitismus in der Integrationsarbeit mit Flüchtlingen in
Deutschland zu thematisieren. In einem Interview mit der "Neuen
Osnabrücker Zeitung" (Samstag) sagte Zentralrats-Präsident Josef
Schuster: "Den Menschen, die zu uns kommen, muss klar werden, dass
antisemitisches Verhalten in Deutschland nicht toleriert wird."

Er hob hervor, andere Grundsätze "wie die Gleichberechtigung von
Mann und Frau" seien ebenso wichtig. "Doch die Ablehnung von
Antisemitismus und die Anerkennung des Staates Israel sind wichtige
Punkte, die in Integrationsmaßnahmen zwingend eine Rolle spielen
müssen", betonte Schuster. Er lobte die Aussage der Bundesregierung,
dass niemand in Deutschland die Existenz jüdischer Gemeinden infrage
stellen dürfe.

Der Präsident des Zentralrats betonte, diese Integrationsarbeit
sei in Bezug auf antisemitische Strömungen nötig, "weil unter den
Zuflucht Suchenden ein erheblicher Anteil arabischstämmiger Menschen
ist, die mit juden- und israelfeindlichen Stereotypen aufgewachsen
sind". Er sagte: "Diese Einstellung streifen die Flüchtlinge ja nicht
einfach ab, wenn sie die deutsche Grenze überqueren."

Zugleich beunruhige es ihn, "dass die politische Stimmung in
unserer Gesellschaft offensichtlich nach rechts abdriftet". In
jüdischen Gemeinden werde deshalb durchaus besorgt diskutiert,
welchen Platz Juden künftig in Deutschland hätten. Schuster sagte:
"Ich sehe derzeit allerdings keine jüdische Auswanderungswelle aus
Deutschland bevorstehen."

Allerdings seien die Gedanken darüber hierzulande unter Juden
inzwischen deutlich präsenter. Noch vor einem Jahr habe er nach den




Anschlägen auf das Satire-Magazin "Charlie Hebdo" in Paris voller
Überzeugung gesagt, dass Überlegungen zu einer Auswanderung aus
Deutschland in jüdischen Gemeinden kein Thema seien. "Das würde ich
heute in dieser Form nicht mehr sagen", räumte Schuster ein.



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Datum: 20.02.2016 - 01:00 Uhr
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