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Lausitzer Rundschau: Schreiende Ungerechtigkeit

Adoptiveltern und Mütterrente

ID: 1125229


(ots) - Wir erinnern uns: Die Bundesregierung hatte ihr
umstrittenes Rentenpaket unter dem Siegel der "Gerechtigkeit"
geschnürt. Arbeitsministerin Andrea Nahles gebrauchte diesen Begriff
in beinahe inflationärer Weise, um ihr Gesetz anzupreisen. Die
Pauschalregelung bei der Mütterente ist nun ein weiterer Beleg für
die Schieflage des Rentenpakets. Maßgebend für einen Zuschlag ist
hier, dass in der Rente eine Kindererziehungszeit für den zwölften
Monat nach der Geburt des Kindes angerechnet wurde. Adoptionskinder
kommen aber häufig erst nach dem ersten Lebensjahr zu ihren neuen
Familien. Deshalb haben viele Adoptivmütter nichts von der
Mütterrente. Dagegen kann sich eine leibliche Mutter, deren Kind nur
einen Tag nach seinem ersten Geburtstag adoptiert wurde, über eine
zusätzliche Rentengutschrift freuen. Eine schreiende Ungerechtigkeit.
Die Bundesregierung hält sie mit Hinweis auf bürokratische Hürden für
akzeptabel. Nun stimmt es zweifellos, dass eine Neuberechnung von 9,5
Millionen Bestandsrenten Zeit kostet. Mehr Zeit als mit einer
Pauschalvorgabe. Aber wer hat die Bundesregierung eigentlich
gezwungen, die Mütterrente übers Knie zu brechen? Niemand. Sie selbst
wollte mit diesem Prestigeprojekt möglichst schnell glänzen.
Entstanden ist dabei eine Menge Murks. Warum Adoptiveltern bei der
Rente nicht wie andere Eltern behandelt werden, die ihr Kind im
zweiten Lebensjahr erzogen haben, ist logisch jedenfalls nicht zu
erklären.



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Datum: 22.10.2014 - 14:51 Uhr
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