Weser-Kurier: Zur Steuerehrlichkeit schreibt Ben Zimmermann:
(ots) - Von wegen: Strafe bringt nichts. Die zunehmende
Steuermoral in Deutschland dürfte weniger der Einsicht ins Unrecht
geschuldet sein als vielmehr dem steigenden Fahndungsdruck. Der
Ankauf von Steuer-CDs bringt einige ins Schwitzen. Doch nicht nur
das: Prominente Einzelfälle wie Uli Hoeneß oder Alice Schwarzer
werfen ein ganz anderes Licht auf das Vergehen. Steuerhinterzug ist
eben keine lässliche Sünde, die man augenzwinkernd akzeptiert,
sondern Betrug an der Allgemeinheit. Diese Botschaft ist inzwischen
angekommen. Auf einem anderen Blatt steht, was der Staat letztlich
mit seinen Einnahmen macht. Und da stellt ihm der Bürger ein denkbar
schlechtes Zeugnis aus. Geldvernichtungs-Projekte wie etwa der
Hauptstadtflughafen BER oder die Hamburger Elbphilharmonie werden
ihren Teil dazu beigetragen haben. Deshalb wird der Staat - ob
berechtigt oder nicht - sein schlechtes Image, was die Sparsamkeit
angeht, wohl nie ganz loswerden. Was er allerdings tun könnte, wäre,
für ein gerechteres und überschaubareres Abgabensystem zu sorgen:
Steuersätze runter, Abschreibungsmöglichkeiten zusammenstreichen,
kalte Progression stoppen. Doch daran sind bisher alle Regierungen -
trotz vollmundiger Versprechungen - kläglich gescheitert.
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Datum: 24.07.2014 - 16:04 Uhr
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